Hermes Agent mit dem Uni-OpenWebUI verbinden
Vier Schritte, etwa 15 Minuten. Am Ende rechnet ein Agent auf dem Uni-Server: Ihre Texte und Dateien bleiben im Uni-Netz. Eingerichtet wird einmal – die Einstellung gilt danach für jede Sitzung und jeden Ordner.
Hermes braucht dafür keine Datei und kein Skript: Die Einstellungen liegen ohnehin an einer einzigen Stelle für den ganzen Rechner, und die Desktop-App hat einen Test-Knopf, der sofort sagt, ob es geklappt hat.
Kurzfassung
| Adresse | https://openwebui.uni-freiburg.de/api/v1 |
| Schlüssel | OpenWebUI → Profil → Einstellungen → Konto → API-Schlüssel |
| Modell | standard-coding-ufr (Coding) |
| Zeit | etwa 15 Minuten, davon 2 für den Schlüssel |
Schritt 1: Erreichbarkeit prüfen (1 Minute)
Im Browser https://openwebui.uni-freiburg.de öffnen.
| Was Sie sehen | Was das heißt |
|---|---|
| Anmeldeseite mit „Mit Uniaccount der Universität Freiburg fortfahren“ | Alles bereit – weiter mit Schritt 2. |
| „Zugriff eingeschränkt – VPN erforderlich“ oder Seite lädt nicht | Erst VPN einrichten (unten). |
Die Instanz ist nur aus dem Uni-Netz erreichbar. eduroam allein genügt
nicht. VPN: FortiClient von rz.uni-freiburg.de (Services → Netz & Telefon →
VPN), SSL-VPN mit Server fortivpn.uni-freiburg.de, Benutzername
<Uniaccount>@uni-freiburg.de, Passwort = eduroam-Passwort.
Schritt 2: Schlüssel holen (2 Minuten)
- In OpenWebUI unten links auf das Profil-Symbol klicken.
- Einstellungen → Konto öffnen.
- Zum Abschnitt API-Schlüssel scrollen, neben Zugangsdaten auf Anzeigen klicken (der Abschnitt ist eingeklappt).
- Neuen Geheimschlüssel erstellen, dann API-Schlüssel kopieren.
Genau ein Key pro Konto. Ein zweiter Klick auf „Neuen Geheimschlüssel erstellen“ macht den ersten ungültig – alles, was ihn benutzt, wird abgewiesen. Der Key lässt sich jederzeit wieder anzeigen; er muss nicht erneuert werden.
Schritt 3: Hermes installieren (5 Minuten)
Installer von hermes-agent.nousresearch.com herunterladen und öffnen – nur diese Quelle verwenden, ähnlich benannte Seiten haben mit dem Produkt nichts zu tun.
- Windows:
.appinstaller-Paket öffnen, im Dialog „Installieren“ bestätigen. - macOS: DMG öffnen, Hermes.app nach „Programme“ ziehen (Apple Silicon).
Danach Hermes aus dem Startmenü bzw. aus „Programme“ starten.
Nur Terminal, ohne Desktop-App – in PowerShell:
iex (irm https://hermes-agent.nousresearch.com/install.ps1)
Schritt 4: Verbinden (3 Minuten)
- Hermes öffnen, oben rechts auf das Zahnrad („Einstellungen öffnen“) klicken.
- Links Anbieter → Benutzerdefinierte Endpunkte wählen (englische Oberfläche: Providers → Custom Endpoints).
- Unter Endpunkt hinzufügen vier Felder ausfüllen:
| Feld | Wert |
|---|---|
| Name | Uni Freiburg OpenWebUI |
| Endpunkt-URL | https://openwebui.uni-freiburg.de/api/v1 |
| Standardmodell | standard-coding-ufr |
| API-Schlüssel | Key aus Schritt 2 einfügen |
Zwei Felder bleiben leer: Anbieter-ID (wird automatisch gebildet) und Kontext (wird erkannt). Beide sind freiwillig.
- Auf Testen klicken. Erwartete Meldung: „Der Endpunkt ist erreichbar (Chat Completions-Route bedient). 43 Modelle gefunden.“
- Auf Speichern klicken. Es erscheint „Benutzerdefinierter Endpunkt gespeichert.“
- Prüfen, dass der Schalter „Für neue Chats verwenden“ an ist – dann gilt das Uni-Modell sofort für neue Sessions, ein zusätzlicher Schritt entfällt.
Die URL muss mit /api/v1 enden. …/api funktioniert auch und wird vom Test
automatisch ergänzt; /v1 allein oder die nackte Domain funktionieren nicht.
Wo das gespeichert wird: Hermes legt alles in einer Konfigurationsdatei für
den ganzen Rechner ab (C:\Users\<IhrName>\AppData\Local\hermes\config.yaml bzw.
~/.hermes/config.yaml). Es gibt keine Einstellung pro Projekt – deshalb ist nach
Schritt 4 jeder Ordner und jede Sitzung automatisch versorgt. Diese Datei muss Sie
nicht interessieren; sie ist nur der Grund, warum hier nichts kopiert werden muss.
Schritt 5: Testen (1 Minute)
Neue Sitzung starten und schreiben: Sag in einem Satz Hallo und nenne dein Modell.
Antwortet das Modell, ist alles fertig. Nennt es nicht seinen Namen, sondern beschreibt es sich, ist das kein Fehler. Antwortet es nicht, steht die Ursache fast immer in der Tabelle unten.
Welches Modell?
Für Agenten-Arbeit die Coding-Modelle. Sie sind auf Planung, Tool-Aufrufe und mehrschrittige Aufgaben ausgelegt; genau das braucht ein Agent, wenn er Dateien liest, Befehle ausführt und Ergebnisse prüft.
| Modell | Wofür |
|---|---|
standard-coding-ufr |
Empfehlung zum Start (GLM 5.3 Flash). |
ufr/coding-complex |
dieselbe Familie mit größerem Kontextfenster, für lange Dateien und große Projekte. |
standard-chat-ufr |
Alltagsmodell (Gemma 4 31B). Antwortet gut, führt aber seltener mehrere Schritte hintereinander aus. |
standard-reasoning-ufr, ufr/reasoning-complex |
Denk-Modelle für schwierige Analyse; langsamer, weil sie erst nachdenken. |
Die Coding-Modelle sind nicht nur für Programmieren gedacht: auch Texte prüfen, Ordner durchsuchen und Daten umformen laufen damit zuverlässiger, weil sie mehrere Schritte verkraften. Das Modell lässt sich jederzeit während der Sitzung wechseln.
Empfehlung: einrichten in der Desktop-App, arbeiten im Terminal
Richten Sie Hermes in der Desktop-App ein (Schritte 1–4). Vier Felder, ein Test-Knopf, und man sieht sofort, ob es geklappt hat.
Arbeiten Sie danach im Terminal: hermes --tui starten. Dort sieht man, wie der
Agent Dateien liest, Befehle ausführt und Ergebnisse prüft – in einem Fenster mit
Chatblasen sieht das aus wie ein Chatbot, im Terminal sieht man den Unterschied.
Beides ist dieselbe Installation: Konfiguration, Key und Sessions sind gemeinsam. Der Wechsel ist jederzeit möglich, in beide Richtungen.
Wenn etwas nicht klappt
| Symptom | Ursache und Abhilfe |
|---|---|
| „The endpoint rejected the API key“ beim Testen | Fast immer ein Fehlalarm: Wird ein gespeicherter Endpunkt erneut geöffnet, ist das Key-Feld absichtlich leer („Leer lassen, um den aktuellen Schlüssel zu behalten“). Der Test ohne Key schlägt fehl. Key erneut einfügen und Testen – oder direkt speichern und im Chat testen. |
| „Zugriff eingeschränkt – VPN erforderlich“, Verbindungsfehler | Nicht im Uni-Netz. FortiClient verbinden (Schritt 1). |
| „Windows hat diesen PC geschützt“ beim Installer | „Weitere Informationen“ → „Trotzdem ausführen“ – nur bei Installern von hermes-agent.nousresearch.com. |
hermes wird im Terminal „nicht gefunden“ |
Ein neues Terminal öffnen – der PATH wird pro Fenster frisch gelesen. |
| Installation auf einem Dienstgerät gesperrt | Freigeben kann das nur die IT-Verwaltung. Bis dahin: OpenWebUI im Browser, gleicher Uniaccount, gleicher Key – der Workshop funktioniert auch so. |
| Modell antwortet nicht oder bricht ab | Die Instanz ist nicht unendlich skaliert. Auf ein anderes Modell wechseln, z. B. gemma-4-31b-llmlb oder mistral-small-4-llmlb. |
Drei Dinge, die man wissen sollte
- Ein Schlüssel, zwei Werkzeuge. Derselbe Uni-Schlüssel funktioniert in Hermes und in OpenCode. Wer beide einrichtet, trägt ihn zweimal ein, erzeugt aber keinen zweiten Schlüssel – ein neuer Schlüssel entwertet den alten in beiden Werkzeugen.
- Zwei Keys, zwei Dienste. Der OpenWebUI-Key gilt nur für
openwebui.uni-freiburg.de. Der Schlüssel für den internen Dienstllmlb.ael.intra.uni-freiburg.deist ein anderer Key und nicht austauschbar – mit dem falschen Key kommt 401. Diese Anleitung braucht nur den OpenWebUI-Key. - Denk-Modelle. In Hermes nichts zu tun: Hermes trennt Denken und Antwort
selbst. Nur bei eigenen Skripten braucht es ein großzügiges
max_tokens(getestet: ab etwa 900 kommt die Antwort).
Wenn Sie die Desktop-App nicht nutzen können
Die Einrichtung geht auch ganz ohne Desktop-App. hermes model im Terminal führt
durch die Anbieterwahl; das Menü ist lang (über 40 Einträge, deren Nummern sich mit
den Versionen verschieben), der passende Eintrag heißt „Custom endpoint (enter URL
manually)“. Danach hermes --tui starten.
Das Ergebnis ist dasselbe: eine config.yaml, dieselben Anbieter, dieselben Sessions.
Die fertige Konfiguration
| Einstellung | Wert |
|---|---|
| Endpunkt-URL | https://openwebui.uni-freiburg.de/api/v1 |
| Key | OpenWebUI → Profil → Einstellungen → Konto → API-Schlüssel |
| Standardmodell | standard-coding-ufr (GLM 5.3 Flash) |
| Großes Kontextfenster | ufr/coding-complex (1 048 576 Token; per Testanfrage verifiziert) |
| Kontextfenster | leer lassen (wird erkannt) |
| Ablage | eine config.yaml für den ganzen Rechner – gilt in jedem Ordner |
| Oberflächen | Desktop-App und TUI teilen Konfiguration, Key und Sessions |